Oskar Sala - Das Mixturtrautonium
Mixturtrautonium (1952)
weight: 106 kg
height: 1,35 m
"Bereits im Rundfunk- und später, 1938, im Konzerttrautonium gab es zwei
Einschaltmöglichkeiten für subharmonische Mixturen der Frequenzreihe f,
f/2, f/3, f/4 ... . Diese mathematisch exakten Untertöne oder Subharmonische
entstehen, wenn zwei Kippschwingungen mittels zweier Thyratronröhren
(geheizte Glimmentladungsröhre mit regelbaren Zündspannungen)
hintereinander gekoppelt werden, und bleiben erhalten, auch wenn sich die
Erzeugerfrequenz gleitend ändert, wie schon beim Saitenmanual des Urtrautoniums
1930. Bei zwei Untertönen, zum Beispiel f/4 und f/6 und unterdrückter
hoher Frequenz f, spielt man auf dem Saitenmanual eine reine Quint
4 : 6, auch im Glissando. Solche parallellaufenden Töne werden bei der Orgel
als Mixturen bezeichnet. Durch eine neue Mixturschaltung wurde das neue
Instrument total disponiert für subharmonische Frequenzen und von mir
»Mixturtrautonium« getauft, 1952.
Nach TRAUTWEINS 1934 patentierter Kopplungsschaltung wurden für nur
zwei Subharmonische sechs Regler gebraucht. Daher blieben sie nur interessant
für gelegentliche Effekte.
Durch die neue Schaltung, beschrieben in den drei Sprachen der Patentschriften
DBP 917.470, Brevet d´Invention 1.074.838 und US-Patent
2.740.892, kann die subharmonische Reihe an einem Stufenschalter mit gleichen
Festwiderständen gewählt werden. Nur die Anzahl der Kontakte des
Schalters begrenzt die Reihe: 1 bis 20 am Röhreninstrument, 1 bis 24 am
mikroelektronischen Nachbau von drei Professoren der Fachhochschule der
Deutschen Bundespost in Berlin. Jedes der beiden Manuale hat vier subharmonische
Thyratrons und jedes Thyratron geht auf drei Stufenschalter, an
denen subharmonische Schalter ausgewählt, vorbereitet und während des
Spiels durch Pedalbewegungen nach rechts oder links – die Mittelstellung ist
die dritte Schaltung – gewechselt werden können. Diese Pedalbewegungen
seitwärts, zusätzlich zu den normalen Vor- und Rückwärtsbewegungen zur
Dynamikregelung, gab es bereits beim Rundfunktrautonium für Oktavwechsel
auf den Saitenmanualen während des Spiels. Das führte damals zu neuartigen
virtuosen Spielmöglichkeiten. Am Mixturtrautonium gibt es nun die
gleichen Möglichkeiten, aber mit bis zu vierstimmigen Mixturakkorden pro
Spielmanual. Diese Akkorde bestehen aus subharmonischen Intervallen. Sie
werden nicht etwa temperiert gestimmt, sondern sind von ihrer elektronischen
Natur aus nur existent als reine harmonische Intervalle. So klein
die Unterschiede zwischen temperierter und reiner Stimmung sein mögen,
wer sieh kennt versteht, daß seit Bestehen der Tasteninstrumente, auch der
elektronischen, das Bestreben nicht aufgehört hat, Reintoninstrumente mit
beliebiger Modulationsfähigkeit herzustellen. Das »Geheimnis« des Mixturtrautoniums
sind die beiden Saiten-Manuale mit ihrer kontinuierlichen Tonhöhenvariation,
die dem Spieler die Möglichkeit geben, diese kleinen Unterschiede
auszugleichen."
quotet from:
http://www.deutsches-museum-bonn.de/exponate/mixtur/mixtur.pdf
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